|
Prothesen untere Extremität
|
Beinprothesen
|
Prothesensysteme Fußamputationen (Vorfuß, Rückfuß) Unterschenkelamputation Knieexartikulation Oberschenkelamputation
|
|
Prothesensysteme
|
|
Nach Konstruktion und Bauweise unterscheidet man heute zwei verschiedene Prothesensysteme
- Prothesen in Schalenbauweise
Bei Prothesen in Schalenbauweise übernimmt die Prothesenwandung sowohl formgebende als auch tragende Funktion. Sie wurden früher aus Holz bzw. in Leder/Stahl-Technik gefertigt. Heute werden ausschließlich Kunststoffe verwandt, die in bezug auf Gewicht, Materialeigenschaften und Hygiene deutliche Vorteile aufweisen.
- Prothese in Modularbauweise
Modularprothesen, auch Rohrskelett- oder endoskeletale Prothesen genannt, weisen eine Trennung tragender Struktur und formgebender, kosmetischer Funktion. Die tragende Struktur übernimmt eine Rohrkonstruktion, die über verschiedene Adapter und Module die unterschiedlichsten Passteilkomponenten miteinander verbindet. Neben der vielfältigen Möglichkeiten der Passteilauswahl und deren Kombinationen liegt einer der wesentlichen Vorteile in der schnellen Justier- und Einstellbarkeit nach den individuellen Erfordernissen und Bedürfnissen des Patienten. Die verschiedenen Bauteile sind so dimensioniert, daß sie innerhalb der kosmetischen Schaumstoffverkleidung untergebracht sind. Modularprothesen sind funktionell und kosmetisch den konvensionellen Prothesen überlegen und stellen den heutigen technischen Standard dar.
zur Übersicht
|
|
Amputationshöhen und ihre Auswirkung auf die prothetische Versorgung
|
|
Fußamputationen (Vorfuß, Rückfuß)
|
Mögliche Versorgung mit Vorfußentlastungsschuh, später mit orthopädischen Schuhen. zur Übersicht
|
|
Unterschenkelamputation
|
2.1 der lange Unterschenkelstumpf (Länger als die Mitte des Unterschenkels)
- langer Hebelarm > gute Führung der Prothese
- größere Oberfläche >bessere Druckverteilung im Schaft
Nachteil: · schlechte Weichteildeckung im Stumpfendbereich überwiegend knöcherne und sehnige Anteile > Gefahr von Druckstellen · Stumpfende meist nicht belastbar , Röhrenknochen weist den kleinsten Durchmesser auf > kein Endkontakt möglich · bei kleinen Patienten > Probleme bei Auswahl von Paßteilen und Systemen (Bauhöhe) · schlechte Durchblutung, fehlende Muskelpumpe · Gefahr von trophischen Störungen bei Gefäßpatienten
Prothesentypen:
- Kurzprothese (meist problematisch)
- Unterschenkelprothese mit Oberschaft
zur Übersicht
|
2.1 der mittellange Unterschenkelstumpf (8 cm distal Kniegelenk bis Mitte des Unterschenkels)
bietet rein anatomisch gesehen die besseren Voraussetzungen, deshalb wäre diese Amputationslänge beim Unterschenkel anzustreben. 15 - 20cm sind aus orthopädietechnischer Sicht eine gut zu versorgende Unterschenkellänge.
- größerer Querschnitt des Stumpfendes > Vollkontakt möglich
- bei guter Polsterung des Stumpfendes eventuell durch Trizepsgruppe > Endbelastbarkeit zwischen 30-60% des Körpergewichts möglich
- größtenteils Erhaltung der Muskelpumpe
- durch angemessene Länge > größere Auswahl von Paßteilen möglich
- nicht zu viele Weichteile am Stumpfende belassen; birnenförmiger Stumpf > Einsteigen in die Prothese problematisch
Prothesentypen:
- Kurzprothese (Versorgung zu 90% erfolgreich)
- mit Kondylenfassung (faserverstärkter Kunststoff)
- mit Silikonhaftschaft
zur Übersicht
|
2.3 der kurze Unterschenkelstumpf (Schnitt durch die Spongiosa der Tibia, Ansatz Tuberositas tibiae bis 8cm distal Kniegelenk)
- bei kurzen Tibiastumpf Endbelastbarkeit bis zu 100% des Körpergewichts möglich > max. Vollkontakt
- jeder cm kürzer läßt den Hebelarm an seiner Wirkung verlieren > Führung der Prothese so wie Kniesicherheit verschlechtert sich
- der kürzeste Unterschenkelstumpf ist dann noch sinnvoll, wenn der Ansatz des Ligamentum patellae erhalten bleibt > aktive Steuerung des Kniegelenks
- geht die Funktion der Kniestreckung verloren, wird der Stumpf zu einen störenden Anhängsel > kaum Kniesicherheit bei Belastung der Prothese keine aktive Bewegung mehr möglich
- meist vollständige Entfernung der Fibula sinnvoll; verbesserte Weichteildeckung > belastbare Oberfläche wird größer
Prothesentypen:
- Kurzprothese (Grenzindikation)
- mit Kondylenfassung
- mit Silikonhaftschaft
- Unterschenkelprothese mit Oberschaft
- mit Schaukeltrichter
- mit federnden Innentrichter
zur Übersicht
|
|
Knieexartikulationstumpf
|
- Bei voller Endbelastbarkeit ist dieser Amputationsart der Oberschenkelamputation Vorrang zugeben > Übertragung des Körpergewichtes über das Femur und Hüftgelenk, -physiologisch- Übertragung des Körpergewichtes über den Tuber os ischii -unphysiologisch-
- Muskelgleichgewicht bleibt erhalten, kaum Kontraktionen > volle Beweglichkeit zur Führung der Prothese
- Absetzung im Kniegelenksspalt ohne Durchtrennung des Röhrenknochen, volle Endbelastung sollte möglich sein > physiologische Belastung der Femurkondylen, 100% Endkontakt
- Patella sollte fixiert werden > weniger Bewegung im Prothesenschaft, weniger Druckstellen
- langer funktionsfähiger Stumpf, langer Hebelarm > gute Stabilisierung des mechanischen Kniegelenks gute Führung der Prothese
Prothesentypen:
- Modularprothese mit Kunststoffschaft
zur Übersicht
|
|
Oberschenkelstumpf
|
mit zunehmender Kürze des Oberschenkelstumpfes, nehmen Beuge- und Abduktionsfehlstellung auf Grund des zunehmenden Muskelungleichgewichtes zu;
- Die Länge des Femurknochens bestimmt den Hebelarm und somit den "Wert" des Stumpfes > je länger der Hebelarm desto besser ist die Führung und Kontrolle der Prothese
- antagonistische Weichteildeckung verbessert die Endkontaktfähigkeit des Stumpfes, sowie seine Beweglichkeit > Versorgung mit Vollkontaktschaft möglich
- zuviel Weichteilmantel am Stumpfende ist störend, entscheidend ist die Femurlänge nicht die Weichteile > verschlechtert die Führung der Prothese,
- je straffer die Muskulatur desto mehr Last kann über die Stumpfoberfläche abgefangen werden; weniger Last am Tuber os ischii > weniger Druckstellen im Tuberbereich des Schaftes
- Narben z. B. durch Bybasoperation, erhöhen die Druckempfindlichkeit, Narben in der Leistengegend können zu Bewegungseinschränkungen führen > Einschränkung der Druckaufnahme und Beweglichkeit
- tiefe Narben in Längsrichtung des Stumpfes sollten vermieden werden > große Probleme bei Herstellung eines Saugschaftes (Dichtheit)
- der 2/3 lange Oberschenkelstumpf ist anzustreben > läßt sich relativ gut prothetisch versorgen
- zu lange Stümpfe > läßt nur eine begrenzte Auswahl von Paßteilen zu, auf Grund ihrer Bauhöhe Gefahr einer Überlänge des Oberschenkels
Prothesentypen:
Schaftformen
- Queroval
- Längsoval (CAT-CAM)
Materialien zur Schaftherstellung
- Holz
- Faserverstärkter Kunststoff (Carbon / Acrylharz)
- PE - Schäfte , halbflexibel (ISNY - Schaft - Technik)
- Silikonhaftschaft-Technik (Hygiene !!)
- bei Haftungsproblemen
- bei Anziehproblemen
Bauweise
Paßteile (sehr große Auswahl, werden je nach Indikation bestimmt)
- Knie und Fußpaßteile aus Titan
- Knie und Fußpaßteile aus Carbon (z.B. Endolite, Flexfoot usw.)
zur Übersicht
|
|
|